Previous Page  48 / 50 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 48 / 50 Next Page
Page Background

den vom Vertragspartner gelieferten Daten abhängt, womit keine Transparenz

gegeben ist. Die Zahlungsmechanismen müssen einerseits den Erfolg oder Misserfolg

abdecken, sie sollen finanzielle Anreize aus Selbstinteresse für die Wirtschaft bieten.

Die Erfahrung zeigt, dass bei schlechter Arbeit und exzessivem Gewinn die öffentliche

Hand selten wirksam handelt, um Rückforderungen für den Steuerzahler zu

vermeiden. Risiken und Kosten können dem Steuerzahler leicht aufgebürdet werden.

Die öffentliche Hand muss ein intelligenterer Käufer sein.

Öffentliche Aufsicht und Prüfung

Es gibt verschiedene Ebenen und Mechanismen der Aufsicht der öffentlichen Hand,

mit dem Ziel, dass Führungskräfte für ihre Entscheidungen verantwortlich gemacht

werden können und dass Kontrollen über ÖPPs und ähnliche Verträge ausgeübt

werden kann. Berichte und Kontrollen zeigen jedoch, dass es an einer wirksamen

Kontrolle durch den öffentlichen Sektor - bei einem unterschiedlichen Grad - mangelt.

Dies bedeutet, dass öffentliche Rechenschaft nur eingeschränkt möglich ist.

Schlussfolgerungen

Auch wenn die britischen Erfahrungen in diesem Bericht im Vordergrund standen, gibt

es international einen Trend zu ÖPPs. Dieser Trend ist wichtig, da es um ein

anhaltendes Verhältnis zwischen den öffentlichen Hand und einem privaten

Dienstanbieter geht. Eine derartige Politik schafft halbstaatliche Gesellschaften, die

faktisch staatliche Behörden sind. Allerdings hat sich die britische Regierung bisher

geweigert, auf sie das Informationsfreiheitsgesetz anzuwenden. Anträge werden mit

‚Betriebsgeheimnis‘ abgelehnt. Eine wirksame Kontrolle durch die Öffentlichkeit ist

daher nicht möglich. Eine Offenheit wird zudem durch die Wettbewerbsposition

eingeschränkt. Die politische und juristische Rechenschaft ist reduziert.

Obwohl sie eigentlich öffentliche Dienstleister sind, bleiben die Gesellschaften

außerhalb der für öffentliche Behörden bestehenden Verfahren. Obwohl die

Veröffentlichung vieler Einzelheiten verlangt wird, sind die Informationen nur

bruchstückhaft und schwierig zu analysieren, die Rechenschaftslücke wird größer. Nur

die Privatwirtschaft ist in der Lage, das Material zu analysieren.

Komplexe Hauptgesellschaften und Unterauftragsnehmer erlauben eine

eingeschränkte Veröffentlichung, zumal sich die Privatwirtschaft auf Ausnahmen zur

Berichterstattung beruft. Auch kann es problematisch sein, dass die verschiedenen

Organisationen innerhalb dieser Strukturen widerstreitende Informationsinteressen

haben.

Alle Regierungen, unabhängig von ihren Anschauungen, haben ÖPPs verfochten,

trotz der damit verbundenen Probleme. Allgemein verfolgen sie eine Politik ‚Aus

Erfahrung lernen‘ durch Änderungen, deren Wirksamkeit unbekannt ist. Änderungen

beziehen sich auf Standardverträge und Verhandlungen über finanzielle Vorteile.

Neuere Modelle mit einem größeren Gewicht der öffentlichen Hand übersehen das

grundlegende Problem, dass unabhängig vom Erfolg mehr von der Privat- und

Finanzwirtschaft geleistet wird. Die Kontrolle bleibt bei den Privaten mit der Folge,

dass derartige Veränderungen das Problem der öffentlichen Rechenschaft vermindert.

Der frühere Vorsitzende des öffentlichen Rechenschaftsausschusses sagte, dass das

wesentliche Problem größerer Transparenz bei der öffentlichen Hand liegt.