des Kongresses fanden in vier Sektionen statt: Kommunalverwaltung, Verwaltungen
zwischen Staat und Kommunen, zentrale öffentliche Organisationen und
Verwaltungsdokumentation. Ziel des Kongresses war es, Formen und Methoden der
Regierung und der Kommunalverwaltung wie auch die Beziehungen zwischen den
verschiedenen Verwaltungsbehörden zu erörtern. Nach dem Kongress von 1910 wird
eine ständige Kommission für Verwaltungswissenschaften gegründet, die aber ihre
Arbeiten während des 1. Weltkriegs unterbricht. Der erste Kongress nach dem Krieg
findet 1923 in Brüssel statt. Im Juni 1927 gründet die ständige Kommission eine
Zeitschrift, die ein Forum zur Verbreitung von Überlegungen und Diskussionen über
die öffentliche Verwaltung sein soll. Die Zeitschrift wird von einem hauptsächlich aus
hohen belgischen Beamten bestehenden Redaktionskomitee inhaltlich bestimmt.
Diese Leute leiten auch die ständige Kommission für Verwaltungswissenschaften, die
1930 zum Internationalen Institut für Verwaltungswissenschaften (IIVW) wird.
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Mitte
der 1930er Jahre und infolge eines stärkeren Engagements der amerikanischen
Delegierten ändert das Institut seine Aktivitäten und die Methoden seiner
wissenschaftlichen Interaktionen. Tatsächlich gründen die amerikanischen Reformer
1932 in Chicago ein Zentrum für öffentliche Verwaltung, das
Public Administration
Clearing House
, womit sie zur Schaffung eines internationalen Forums für den
gegenseitigen Austausch beitragen wollen. Nach einer Reihe von Erkundungsreisen
nach Europa zwischen 1930 und 1934 im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion der
Rockefeller-Stiftung um die Sozialwissenschaften in Europa zu entwickeln, beschloss
die Chicago-Gruppe die Entstehung eines europäischen Informations- und
Expertenzentrums zu fördern, vergleichbar dem von Chicago, mit den
Themenbereichen Wohnen, Stadtentwicklung und öffentliche Verwaltung. Genauer
gesagt, das Bestreben bei der Gründung des
European Clearing House
war es, die
gemeinsame Arbeit der Internationalen Föderation für Wohnen und Städteplanung,
der Internationalen Städte-Union und des Internationalen Instituts für
Verwaltungswissenschaften zu fördern. Mit dem entschiedeneren Engagement der
amerikanischen Delegierten bei den internationalen Kongressen wie auch beim Institut
selbst wird die Aus-und Fortbildung zentrales Thema: 1936 werden für die
Vorbereitung auf den öffentlichen Dienst, Praktika und berufsbegleitende Fortbildung
drei Diskussionsveranstaltungen in Zürich, Berlin und Warschau veranstaltet.
Weitere Strukturen, die zu Überlegungen über die Verwaltung beitragen, werden
ebenfalls in der Zwischenkriegszeit geschaffen. Das Internationale Arbeitsbüro (IAB)
und der
Twentieth Century Fund
gründen in Genf ein Internationales Institut für
wissenschaftliche Betriebsführung, dessen Leitung im September 1928 Lyndall Urwick
übernimmt. Das Institut widmet sich der Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung.
Hugo van Han erhält 1932 von der Rockefeller-Stiftung ein Stipendium, um diesen
Prozess in den USA zu studieren, wo er auch eine Untersuchung über die Planung
anstellt. Leider ist die Unterstützung des IAB im IIVW schwierig. Die neuen, durch den
Versailler Vertrag entstandenen Institutionen werden von den internationalen
Vereinigungen sehr begehrt. Dennoch bleiben die Beziehungen schwach und
marginal: die Vereinigungen erhalten keine Sitze in dem 1928 geschaffenen
Beratenden Wirtschaftsausschuss des Völkerbunds.
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Die Deutsche Sektion des IIVW gibt auch die Verwaltungswissenschaftlichen Informationen heraus, in denen
dieser Beitrag veröffentlicht wird.




