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wurden meist in den 1970er und 1980er eingeführt. Ziel der späteren

Zusammenlegung unter dem Dach der „Diversität“ war, die strukturellen

Voraussetzungen für einen allgemeineren Ansatz zur Thematisierung

gesellschaftlicher Unterscheidungen zu schaffen.

Tatsächlich fand aber weiterhin eine Fokussierung auf einzelne Zielgruppen statt.

Etwa in der „Equality Assembly“ in Leeds war eine Konzentration auf ein Thema

notwendig, um einer Stimme Gewicht zu verleihen. Ein weiterer Grund für den Rückfall

in die alten Strukturen war, dass die zuständigen Diversitätsreferenten meist schon in

der vorherigen Strukturen gearbeitet und Kontakte zu Personen hatten, die für ein

Thema standen. Diese nutzten sie instinktiv weiter, sodass die Kategorisierung

letztlich fortbestand.

Ein weiterer Grund für die weiterhin bestehende nach einzelnen Gruppen

differenzierte Diversitätspolitik ist die Projektarbeit. Diese ist in Amsterdam und

mittlerweile auch in Antwerpen von großer Bedeutung. Auch wenn die Projekte ihren

Titeln nach sehr breit und allgemein angelegt waren, fokussierten sie in der konkreten

Durchführung häufig einzelne Gruppen.

Ursächlich für die weiterhin bestehende Fokussierung auf einzelne Gruppen war auch,

dass die zuständigen Stellen häufig nicht ausreichend Mittel hatten, um eine neue

allgemeinere Diversitätspolitik umzusetzen. Die Diversitätsreferenten nutzten ihr

Wissen und ihre Kontakte und machten dabei von ihrem Ermessen Gebrauch. Die

Fokussierung auf bestimmte Bevölkerungsgruppen widerspricht dann zwar den

politischen Zielen, bringt aber Vorteile für diese bestimmten Gruppen mit sich. Die

Diskrepanz zwischen dem avisierten kombinierten Ansatz bei sozialer Unterscheidung

und der tatsächlichen erfolgenden Fokussierung auf einzelne Gruppen ist also auch

mit den fehlenden Mitteln von Verwaltung und Politik zu erklären, die Gesellschaft als

Ganzes zu erreichen.